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Ankauf von Designer Bekleidung

Burberry

 

Burberry (bis 1999 Burberrys) ist eine international bekannte, britische Bekleidungsmarke im oberen Preissegment.
Geschichte
Im Jahre 1856 eröffnete Thomas Burberry in Basingstoke, Hampshire sein erstes Textilgeschäft. Er führte 1880 den von ihm erfundenen Gabardine-Stoff ein, eine sehr robuste, wasserdichte und atmungsaktive (Baumwoll-)Ware in Köperbindung, bei der das Garn vor dem Weben imprägniert wird. Gabardine wurde 1888 patentiert.
Das 1891 an der Einkaufsstraße Haymarket nahe dem Piccadilly Circus in London eröffnete Geschäft Burberrys diente bis 2007 als Flagshipstore und Hauptverwaltung des Unternehmens und wurde dann verkauft.[1] Im Jahr 1901 kreierte Burberry sein Logo, einen mittelalterlichen Ritter (Equestrian Knight) in Turnierrüstung auf einem sich aufbäumenden Pferd, der eine Lanzenflagge mit der Aufschrift PRORSUM (lat.: 'vorwärts'; mit Bezug auf Burberrys innovative Stoffe und Schnitte) trägt.[2][3]
Das erste Ladengeschäft in Paris wurde 1910 eröffnet, 1915 wurden zum ersten Mal Artikel nach Japan verschifft. Bereits 1920 wurde Burberry an der Londoner Börse notiert. 1924 wurde das berühmte Karomuster, der Burberry Check (bzw. Haymarket Check und die späteren Variationen Nova Check, Mega Check und House Check), der zunächst nur als Muster des Futterstoffes diente und später als Markenzeichen eingetragen wurde, zum ersten Mal verwendet.[4]
Bekannt wurde Burberry mit der Entwicklung des Trenchcoats, den er im Auftrage der britischen Militärverwaltung entwarf, und der sich im ersten Weltkrieg als Offiziersbekleidung der britischen Armee großer Beliebtheit erfreute. Auch bei den Antarktisexpeditionen von Robert Falcon Scott, Ernest Shackleton und Roald Amundsen in den 1910ern kamen Burberry-Jacken zum Einsatz.
Das Haus Burberry ist seit 1955 königlich britischer Hoflieferant von Elisabeth II. und seit 1989 des Prince of Wales.
Unternehmensentwicklung
1955 wurde das bis dahin privat geführte Unternehmen vom britischen Einzelhandelsunternehmen GUS (Great Universal Stores) übernommen. GUS brachte Burberry als Mehrheitsaktionär 2002 erneut an die Börse und trennte sich im Dezember 2005 wieder von seinen Anteilen.[5]
Ab 1980 expandierte die Marke in den Vereinigten Staaten, während sie in Europa an Erfolg einbüßen musste, hierzulande als etwas „angestaubt“ galt und das Image eines „spießigen Mantel- und Handtaschenherstellers“ hatte.[6] Durch die Asienkrise und den hohen Wert des Pfundes litten die Exporte des Unternehmens, die zu der Zeit bis zu zwei Drittel des Gesamtumsatzes ausmachten. 1988 wurde die jugendliche Thomas Burberry-Kollektion eingeführt, die 30 % günstiger als die Hauptlinie war und sich mit modischer Sportswear an die junge Kundschaft richtete. Unter der Führung der New Yorkerin Rose Marie Bravo wurde ab 1997 die Marke Burberry im Luxus-Segment wieder salonfähig gemacht, Produktion und Vertrieb konzentriert, Lizenzen aufgelöst, Markenrechte zurückgekauft und die Damen-Kollektion weiter ausgebaut.[7][8] Erst mit dem Kreativchef Roberto Menichetti, der den berühmten karierten Futterstoff nach außen kehrte, und unter dessen Regie die Laufstegkollektion 'Prorsum' lanciert wurde, erlebte Burberry ab 1998 eine Renaissance, die durch die Assoziation von Prominenten, wie David Beckham oder Liam Gallagher, mit der Marke unterstützt wurde.[9] In dieser Zeit wurde der Markenname auch von 'Burberrys' in 'Burberry' umbenannt.
Teil der Auslands-Strategie von Burberry war es, in Bereichen, die über die in England hergestellten Regenmäntel, Strickwaren und zum Teil Sportswear hinausgingen, Kollektionsartikel in Lizenz fremdfertigen und über Modeagenturen in den jeweiligen Ländern vertreiben zu lassen. So wurden für den deutschen bzw. deutschsprachigen Markt Lizenzen für Damen- und Herrenoberbekleidung ab 1971 an Eduard Dressler (Großostheim) vergeben, ab 1994 für Hemden und Blusen an Kaufmann & Sachs (Bielefeld), ab 1996 für Sportswear und Mäntel an die Blicker GmbH (Karlsruhe), 1997 für das Label Thomas Burberry ebenfalls an Blicker und die Firma von Daniels (Frechen), ab 2000 für Herrenhemden an Seidensticker und für modische Damenoberbekleidung an Cantarelli (Arezzo).[10][11][12] 2008 kündigte Burberry die Lizenz für Damen- und Herrenbekleidung und ließ verlautbaren, dass die Kollektionen in Zukunft wieder eigengefertigt würden.[13]
Seit 2001 zeichnet der britische Designer Christopher Bailey für das Burberry-Design verantwortlich, wofür er 2005 und 2009 als 'Designer des Jahres' sowie 2007 und 2008 als „Herrenmode-Designer des Jahres“ bei den British Fashion Awards ausgezeichnet wurde. 2009 wurde er zum Chief Creative Officer des Unternehmens ernannt.[14]
2006 löste Angela Ahrendts Bravo als CEO ab. Nach einhelliger Meinung der Wirtschaftspresse besteht ihre Aufgabe darin, der Marke ihr Image von Exklusivität zurückzugeben, ohne den Massenmarkt zu verlieren. Eine ihrer ersten Maßnahmen war die Einstellung von 30 Prozent aller Produkte.
Burberry heute
Burberry bietet derzeit verschiedene Kollektionen für Damen und Herren an, darunter seit 1999 Burberry Prorsum, die Laufstegkollektion im obersten Preissegment; Burberry London, die traditionelle Burberry-Businesskleidung; seit 2009 Burberry Brit, die jugendlich-sportlichere Zweitlinie (unter deren Namen es bereits seit 2004 eine Parfum-Reihe gibt); und die sportliche Linie Burberry Sport; sowie neben Accessoires (Schals, Taschen, Schuhe, Schirme etc.), Brillen, Uhren und Düften auch eine Kinderkollektion.[15] Die 1988 als junge Zweitlinie etablierte Thomas Burberry-Kollektion, für die es eigene Ladengeschäfte gab, wurde Anfang 2009 eingestellt.[16][17] Exklusiv für den japanischen Markt wurden die jugendliche Damen-Kollektion Burberry Blue Label und das Pendant für junge Herren, Burberry Black Label, als Bindeglied zwischen Prorsum und Brit eingeführt. Neben allgemeinen Burberry-Boutiquen (in Deutschland: Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München) gibt es auch spezielle Burberry London- und Burberry Brit-Geschäfte, sowie weltweit eigene Ladengeschäfte, welche ausschließlich die Kinderkollektion oder Accessoires anbieten. Insgesamt betreibt Burberry weltweit 122 eigene Ladengeschäfte, 255 Shops-in-Shop, 47 Outlets, 90 Geschäfte im Franchise-Betrieb und einen Online-Shop für 25 Länder.[18]
Die Zentrale des Unternehmens, Burberry Global Headquarters, befindet sich in Horseferry House in London, und wurde im November 2009 von Prince Charles eingeweiht.[19] Für Burberry Americas gibt es eine Geschäftsstelle auf der Madison Avenue in New York City, und der asiatische Raum wird von der Zentrale in Ginza, Tokio, gesteuert.
2007 geriet das Unternehmen in die öffentliche Kritik als sich u. a. prominente Waliser wie Tom Jones, Ioan Gruffudd oder Irvine Welsh gegen die Schließung einer seit den 1930ern bestehenden Burberry-Produktionsstätte in Treorchy in Wales zugunsten von Verlagerungen nach China aussprachen. Die Fabrik wurde Mitte 2007 geschlossen.[20][21][22] 2009 wurden weitere 540 Stellen in Großbritannien und Spanien gestrichen.[23] Burberry beschäftigt an sechs Produktionsstandorten in Großbritannien ca. 2000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2008/09 machte das Unternehmen einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro. Der Reingewinn im Jahr zuvor betrug 135,2 Mio. Pfund.[24]
Die 2008 gegründete Unternehmens-Stiftung, Burberry Foundation, fördert zusammen mit karitativen Partnern junge Menschen mit kreativem Talent.
Image
Der Boom auf dem Massenmarkt brachte jedoch auch negative Effekte wie die Assoziation mit der Hooligan- oder Chav-Kultur. Ein Drogenskandal um das Burberry-Model Kate Moss beeinflusste das Image der Marke, vereinzelt sprachen Nachtclubs ein Verbot des Tragens von Burberry-Kleidung aus. Das Burberry-Muster ist seit den 1970er Jahren auch in der Fußballszene populär. Dies wird als Image-Problem für Burberry angesehen, man nahm bspw. ab 2004 die Baseballkappen im Karo-Muster aus dem Sortiment. Seit Herbst 2006 ist Burberry Ziel einer internationalen Kampagne der Tierrechtsorganisation PETA, in der das Haus wegen seines andauernden Gebrauchs von Pelzen kritisiert wird.[25] Ab Anfang der 2000er Jahre gelang es dem Unternehmen allerdings durch einen Marken-Relaunch auch erfolgreich, sich wieder im Luxussegment zu etablieren

 

 

 


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